Die Pflege des Grosspudels

Grundsätzliche Bemerkungen für Einsteiger
Ein Grund für die Anschaffung eines Großpudels mag sein, dass er nicht "haart".
Ganz so stimmt es aber nicht, besser wäre es zu sagen: Der Pudel verliert keine Haare.
Das bedeutet einerseits, dass in der Wohnung keine Haare rumliegen, andererseits sollte man sich vor der Anschaffung darüber klar sein, dass die im Fell verbleibenden Haare ausgekämmt werden müssen!
Versäumt man das regelmäßige Bürsten und Kämmen, verfilzt der Pudel.
Vorhandene Filzmatten lassen sich nur sehr aufwendig, im Extremfall nur durch Abschneiden entfernen. Außerdem verwehren sie einem auch den Durchblick auf die Haut und es können sich ungebetene Gäste gut darin einnisten.
Die Haare des Großpudels wachsen und müssen geschnitten werden!
Wenn man einen "schönen" Hund haben möchte, ist der Besuch bei einem (guten) Pudelfrisör angesagt. Einfach abschneiden kann man natürlich auch selbst, allerdings muss man sich dann auf eine Berg-und-Tal-Landschaft einstellen. Obwohl ich hier keine "Ausstellungsfrisuren" anpreisen möchte, empfehle ich doch bei der Anschaffung einzuplanen, dass etwa alle 6 Wochen ein Besuch beim Frisör notwendig ist, was natürlich mit Kosten verbunden ist.

Nun aber zur Pflege, die in jedem Fall notwendig ist:
Der Welpe ...
Ein netter Züchter gibt dem neuen Welpenbesitzer (neben dem Futterplan) auch noch eine weiche Welpenbürste mit auf den Weg und zeigt das Bürsten des Welpen: Man kämmt eben so drüber und der Welpe sieht wieder richtig propper aus. Für einen Welpen ist das auch absolut okay, aber der Welpe wächst und die Haare werden auch kräftiger.
Irgendwann löst man das Haarproblem mit der weichen Welpenbürste und dem "drüberkämmen" nicht mehr - zusätzlich muss eine Bürste mit härteren Borsten her und der Einsatz des Kamms darf auch nicht vergessen werden.
Kämmen, aber richtig ...
Die Aussage: "Der Pudel muss jeden Tag gekämmt werden" stimmt nicht.
Wichtig ist, dass der Großpudel richtig gekämmt wird.
Besser einmal in der Woche richtig, als 6 Wochen nur "drüberbürsten"!
Je nach Fellstuktur sollte man für seinen Hund einen individuellen Kämm-Rhythmus so erstellen, dass keinesfalls "Filzbälle" zu entfernen sind. Dann war das Kämmintervall eindeutig zu groß. Außerdem tut dem Hund das Entfernen nicht nur WEH (!), sondern es werden dabei auch angewaschsene Haare mit ausgerissen/ abgebrochen. Dass das nicht die richtige Behandlung des Pudelfells sein kann, ist wohl klar.

Hier nun eine kleine Anleitung für das Kämmen des Familien-Großpudels


Ein lockiger Pudel ist nicht zwangsläufig auch verfilzt - er ist vielleicht nur nass geworden.
Also los geht's:
Das Kämmen auf einem Tisch ist für den menschlichen Rücken angenehmer als das Kämmen auf dem Boden - deshalb sollte man dem Hund von klein an angewöhnen, dass diese Prozedur auf einem erhöhten Platz stattfindet. Dazu eignet sich jeder Tisch. Um dem Hund ein Gefühl von Sicherheit(Standfestigkeit) zu vermitteln, genügt es, ein altes Handtuch oder eine Gummimatte auf den Tisch zu legen.



Wesentlich einfacher ist es, den Hund im Liegen zu kämmen (Problemzonen),
deshalb belohne ich das Hinlegen auf dem Tisch natürlich immer mit einem Leckerchen.



Noch besser ist es (und das sollte auch das Ziel sein), wenn der Hund sich auf die Seite legt. Das habe ich bei meinen Hunden vom Welpenalter an mit einem Komando (bei mir heisst es "umfallen") belegt. Als Belohnung gibt es dann es dann erst mal Schmuse-Einheiten - auch bei den Erwachsenen noch!

Ja, und irgendwann kommt natürlich doch die Bürste ....
aber nun wird nicht einfach "drünbergeharkt", sondern die Haare werden Stück für Stück abgeteilt und von unten beginnend gebürstet:



So arbeitete ich mich cm um cm weiter vor.


Allerdings sollte man anschließend noch mit dem Kamm kontrollieren, ob dieser auch wirklich "wie durch Butter" durchzuziehen ist (in dem bereits gebürstetem Teil).



Problemzonem, die besonderer Beachtung bedürfen ...
Besonders anfällig für Verfilzungen sind alle Stellen, wo Reibungen enstehen:



unter den Achseln muss besonders sorgfältig gebürstet und gekämmt werden



hinten am Ohr bilden sich auch häufig Verknotungen



Beim Rüden an den Hoden:



Je nach Frisur sind längere Haare im Nacken wegen des Halsbandes schnell "verhangen"


Unbeliebte Stellen ...
das sind die Stellen, an denen das Ziehen dem Hund auch weh tun kann
Der Hund weiss das natürlich und versucht, das Bürsten und Kämmen an diesen Stellen durch entsprechend Bewegungen zu vermeiden. Wenn wir uns darauf einlassen, werden diese Stellen auch zu Problemzonen, nämlich dadurch, dass wir sie beim Kämmen gerne auslassen.
Deshalb hier der Hinweis - besondere Beachtung schenken Sie bitte auch folgenden Stellen:



Die Pfoten werden oft durch Matsch verschmutzt und danach auch abgewaschen, deshalb gehören sie zu den unbeliebten Stellen. Es bilden sich schnell Verknotungen, so dass man hier unbedingt immer mit dem Kamm kontrollieren sollte.



Obwohl das Bürsten von unten (Ballen) nach oben angesagt ist: Vorsicht, Daumenkralle! Um sicher zu stellen, dass man dem Hund mit der Bürste keine Verletzungen daran zufügt, Finger drauf!



OHREN und RUTE werden gerne nur "durchgebürstet", weil "der Hund das nicht so gerne hat" ...



Bürsten Sie "gegen den Strich" und bis zum Haaransatz, aber mit Gefühl! Mit dem Kamm werden die Haare dann wieder in die richtige Richtung gekämmt. Achten Sie darauf, dass sich Rutenende und das Ende der Ohren nicht durch Verfilzungen "verlängern".

Was sonst noch zu tun ist ...

Krallen schneiden
Wenn der Hund nicht extrem viel auf Asphalt läuft, müssen regelmäßig die Krallen geschnitten werden. Überlässt man das ausschließlich alle 6 Wochen dem Frisör, muss dieser recht viel abschneiden und schneidet dann automatisch "ins Leben". Es blutet nicht nur sehr stark, sondern es tut dem Hund auch weh!
Besser also man besorgt sich (sicherheitshalber) einen Blut-Still-Stift/-Pulver und schneidet regelmäßig (alle 2 Wochen) selbst ein kleines Stück ab. Auf diese Weise blutet es bei meinen Hunden fast nie und das Pulver brauche ich eigentlich nur zur Beruhigung meiner Nerven.



Ohren zupfen (= Haare aus den Ohren entfernen)
Dumm, aber dem Pudel wachsen auch Haare in den Ohren und das meistens nicht gerade wenig.
Unternimmt man in dieser Sache nichts, bildet sich ein Klumpen aus Haaren, Ohrschmalz und Schmutz, die Belüftung des Innenohres wird verhindert, es kommt zu Entzündungen.
Auch hier gilt die Devise: Lieber öfter ein bisschen! Ist erst mal ein richtiges Büschel gewachsen, tut die Entfernung auch richtig weh.
Zum Zupfen benötigt man eine stumpfe Pinzette. Im speziellen Fachhandel gibt es auch Ohrpuder, der das Zupfen erleichtert. Wer kann (zarte Fingerchen) beginnt die Ohrmuschel zunächst mit den Fingern von Haaren zu befreien. Aber für den Gehörgang ist in jedem Fall eine Pinzette erforderlich. Bitte VORSICHT! Nicht nur das Zupfen tut weh (wenn die Haare auf dem Trommelfell festgewachsen sind), sondern es besteht auch Verletzungsgefahr, wenn der Hund sich bewegt. Deshalb immer gut festhalten oder von zweiter Person festhalten lassen.

Zähne putzen
... oder fangen wir mal anders an: OHNE Zähne putzen wird sehr häufig in fortgeschrittenen Alter die Zahnreinigung beim Tierarzt erforderlich - unter Narkose!
Wenn man schon dem Welpen mit Geduld und Liebe beibringt, dass das Zähneputzen zu den normalen Pflegemaßnahmen gehört, wird er es so wie alle anderen "üblen" Dinge akzeptieren. Aber auch einen erwachsenen Hund kann man durchaus noch daran gewöhnen. Man benutzt eine Kleinkinderzahnbürste und fängt natürlich ganz behutsam in kleinen Schritten an. Wenn der Hund zunächst die Berühung eines Zahnes zulässt, wird er überschwänglich gelobt. Der nächste Schritt ist das Bewegen der Zahnbürste. Bitte alles in winzigen Schritten und mit viel Geduld.
Was man als "Zahncreme" benutzen möchte, sollte jeder selbst ausprobieren -
meine Empfehlung lautet zur Zeit: Schlemmkreide - geschmacksneutral, wirkungsvoll, preisgünstig - erhältlich in der Apotheke


Diese Seite ist Teil von www.grosspudel.de und geschützt durch die im Impressum angebenen Rechte.  ©opyright Dagmar van der Laden